"Am Sonntag machen wir alles klar", sagte Dietmar Hopp kurz vor dem 18. Mai 2008. Was klar? ― Dass der winzige Fußballverein einer 3000-Seelen Gemeinde in Baden-Württemberg erstmals in seiner Geschichte in der Ersten Bundesliga mitspielen darf.
Und es hat geklappt: TSG 1899 Hoffenheim ist seit jenem Sonntag erstklassig.
Dies ist einer Stiftung zu verdanken, die ein sechs Milliarden Euro schwerer Mensch ins Leben rief. Er hat 1972 die Software-Schmiede SAP mitbegründet, die mittlerweile weltweit in der Liga von Microsoft, Oracle und IBM mitspielt. Der gebürtige Heidelberger "will der Region etwas zurückgeben" und hat zwei Drittel seines riesigen Vermögens in seine Stiftung eingebracht, die innovative Start-Ups, Biotechnologie, Krankenhäuser, soziale Einrichtungen und den Sport fördert: aus den Zinsen und Dividenden des Stiftungsvermögens.
Was haben Dietmar Hopp und Jean-Jacques Kravetz gemeinsam?
Es ist die Idee, mit einer Stiftung etwas zu bewegen, wo andere Gelder fehlen, also für ein bisschen Sonne im kalten Wasser zu sorgen. Etwas zurückzugeben von dem, was man durch Erfolg und Glück reichlich empfangen hat.
Der Unterschied liegt natürlich im Geld. Und Hopp hat seine Stiftung vor zehn Jahren gegründet, während Jean-Jacques gerade anfängt. Aber auch mit bescheidenen Mitteln lässt sich viel bewegen, wenn ein funktionierendes Netzwerk da ist. Und die Mittel werden wachsen.
Die Ziele sind sehr ähnlich.
Jean-Jacques hat am Beispiel seiner zwei Söhne erlebt, wie aktives Musizieren die Intelligenz hebt und Familien zusammenhält. Etwas von diesem Glück und seinem beruflichen Erfolg möchte er "der Region zurückgeben". Auch etwas von seinem Geld — und jeden Cent von den Beiträgen angesehener Sponsoren, die immer zahlreicher werden.
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